Stellungnahme des Bürgermeisters zur Hausarztsituation in Lichtenwald + GR-Sitzungsvorlage zu TOP 7 vom 14. Oktober 2025
Hier finden Sie die Vorlage zu TOP 7 der Gemeinderatssitzung vom 14.10.2025 (bitte anklicken)
Gemeinderatsvorlage zu TOP 7 der Sitzung vom 14. Oktober 2025
Gemeinderatsvorlage zu TOP 7 der Sitzung vom 14. Oktober 2025 (bitte anklicken)
Nach der Presseberichterstattung zur Schließung der Hausarztpraxis in Lichtenwald und den Vorhaltungen im Rahmen der letzten Gemeinderatssitzung stellt Bürgermeister Rentschler die Sachlage in nachfolgendem Statement klar:
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
ich habe irritierende Aussagen in der Esslinger Zeitung vom Freitag, den 10. Oktober 2025 und wortgleich im Neckar Schurwald Extra vom Samstag, den 18. Oktober 2025 vorgefunden, die nicht den Tatsachen entsprechen.
Das kann nicht unwidersprochen so stehen bleiben!
Nach der Beantwortung per E-Mail von 6 allgemein gehaltenen Interview-Fragen der Zeitung zur Hausarztsituation in Lichtenwald fand ich mich in dem Presseartikel in einem virtuellen Streitgespräch wieder, ohne die Aussagen der anderen Akteure zu kennen oder gar Stellung dazu beziehen zu können. Die getroffenen Aussagen der anderen Akteure waren unter anderem:
- In gestellte Räume der Gemeinde wären wir (der Hausarzt) eingezogen und hätten die Praxis weitergeführt – hier kam jedoch wenig Unterstützung
- Der Gemeinderat hätte ganz andere Bemühungen in die Wege geleitet, wenn er Bescheid gewusst hätte
- Die Raumfrage ist im Gemeinderat nur andiskutiert worden und der Bürgermeister hätte gesagt, das laufe schon
- Der Wegzug der Praxis überrascht
Die belegbaren Tatsachen sind jedoch vollkommen andere:
➔ Aus der Vorlage mit Protokoll zur Gemeinderatssitzung vom Januar 2024 ist dazu vielmehr entnehmbar:
- Dem Arzt wurde im Herbst 2023 durch die Gemeinde der Einbau eines Treppenlifts angeboten. Dies war für den Arzt jedoch nur eine Notlösung. Er würde sich aufgrund der Anmietkonditionen der Praxis gedanklich mit einer Praxisaufgabe beschäftigen.
- Dem Arzt wurde die Anmietung der Gemeinderäume im Dachgeschoss des ehemaligen Rathauses angeboten, die wesentlich günstiger in der Anmietung sind als das von privat vermietete 1. Obergeschoss mit den bisherigen Räumen, zusätzlich wurde der Einbau eines Treppenlifts auf Gemeindekosten angeboten. Dies kam für Arzt nicht in Frage, auch nicht bei Einbau eines Treppenlifts.
- Von der Gemeinde wurde ein privater Vermieter mit passenden barrierefreien Neubauräumen im Bau aufgetan. Dieser Vermieter wäre bereit gewesen, an den Arzt zu vermieten. Die Anmietkonditionen haben laut Mitteilung des Arztes gepasst. Es kam jedoch zu keinem Vertragsschluss.
➔ Des Weiteren ist aus der Vorlage zur Gemeinderatssitzung vom Mai 2025 entnehmbar:
- Der Gemeinderat wurde über die Mitteilung des Arztes informiert, dass dieser die bisherigen Praxisräume bei seinem privaten Vermieter auf Jahresende zwecks Neuverhandlung des Mietpreises gekündigt hat.
Es ist sehr irritierend, solch gravierenden Äußerungen wie oben von zwei Akteuren aus der Presse zu vernehmen, die belegbar nicht den Tatsachen entsprechen. Solche Aussagen über Dritte trifft man so nicht – vor allem nicht wider besseren Wissens. Das macht man nicht, da es erheblich rufschädigend ist!
Interessant ist, dass die bisherigen von privater Seiten angemieteten Praxisräume rund 1.150 € kalt pro Monat gekostet haben. Diese waren dem Arzt aber offenbar zu teuer. Bei neuen Räumen, die für nicht unter 1.000 € kalt pro Monat anmietbar gewesen wären, passten die Konditionen hingegen. Die Gemeinderäume ein Stockwerk über den Bestandsräumen, die deutlich günstiger sind, rund 780 € kalt pro Monat, sind hingegen für den Arzt keine Option, trotz Angebot eines Treppenliftes auf Gemeindekosten.
Zusammenfassend lässt sich sagen:
- die Gemeinde hat aufgrund der brisanten Hausarztsituation seit Herbst 2023 verschiedene Möglichkeiten gesucht und vorgeschlagen.
- Der Gemeinderat wurde stetig informiert und einbezogen
- Dass der Wegzug der Praxis zurück in die Hauptpraxis nach Schorndorf zum 1. Oktober stattfindet, hat die Verwaltung erst Mitte September aus dem Amtsblatt im Anzeigenteil erfahren. Eine Mitteilung des Arztes gegenüber der Gemeinde ist nicht erfolgt.
Für die Gemeinde ist nunmehr überdeutlich festzustellen, dass es richtig war, seit Februar 2024 auf das Thema Medizinisches Versorgungszentrum auf Genossenschaftsbasis (MVZ) als Lösung zu setzen und hierüber eine verlässliche hausärztliche Versorgung im Ort sicher zu stellen.
Der öffentliche Beschluss, dass die Gemeinde sich hier zusammen mit Reichenbach und Hochdorf deutlich beteiligt, wurde im Juli diesen Jahres gefasst und das MVZ im Anschluss bereits gegründet. Es nimmt den operativen Betrieb voraussichtlich ab Juli 2026 auf.
Für die Zukunft gilt es, nach der notwendigen Personalgewinnung durch das MVZ passende Räume bereitzustellen im Ort. Optionen sind gegeben, unter anderem das Dachgeschoss im ehemaligen Rathaus Hegenlohe, welches neben dem Erdgeschoss des Gebäudes ebenfalls der Gemeinde gehört.
Wer sich zu dieser Thematik weitergehend informieren möchte, dem sei die Lektüre der Gemeinderatsvorlage zu Tagesordnungspunkt 7 der Sitzung vom 14. Oktober 2025 empfohlen. Zu finden auf der Homepage der Gemeinde unter News auf der Startseite, die Vorlage kann auch jederzeit während der Öffnungszeiten im Rathaus eingesehen werden.
Ihr
Ferdinand Rentschler
Bürgermeister